Workshops

Workshop 1: Das zweite Leben eines Elektro(alt)gerätes

Der ökologische Rucksack – der Materialbedarf eines Produktes über seinen gesamten Lebenszyklus – ist bei elektrischen und elektronischen Geräten beträchtlich. Eine Nutzungsdauerverlängerung trägt daher wesentlich zu einer Umweltentlastung bei. Wie können wir diese verstärkt realisieren?

Im Rahmen des Workshops soll ein Austausch über Hemmnisse aber auch Lösungsansätze stattfinden, um die Wiederverwendung von EAG ökonomisch, ökologisch und sozial möglich zu gestalten. Es soll über die Wirtschaftlichkeit von manueller Demontage- und Reparaturarbeiten diskutiert und erörtert werden, welche Aufgaben von sozialökonomischen Betrieben übernommen werden können und welche Voraussetzungen in Gesetz und Gesellschaft dafür nötig sind. Des Weiteren soll beleuchtet werden, wie ein Werte- und Konsumwandel in der Gesellschaft angestoßen werden kann, um den Markt für wiederverwendbare Geräte zu stärken.

Impulsvortrag:
"EAG-Re-Use boomt - was nun? Was Abfallwirtschaft und Behörden zur Steuerung und Optimierung dieses Trends beitragen können."
Matthias Neitsch, RepaNet, Re-Use- und Reparaturnetzwerk Österreich



Workshop 2: Unreif für den Müll – Technische, soziale und rechtliche Aspekte der Obsoleszenz

Produkte, die vor Erreichen einer optimalen Lebens- oder Nutzungsdauer ersetzt und/oder entsorgt werden, haben einen höheren Verlust von Ressourcen und eine vermehrte Entstehung von Abfällen zur Folge. Seit ein paar Jahren wird diese Erscheinung unter dem Begriff „Obsoleszenz“ diskutiert. Der Begriff Obsoleszenz umfasst dabei die verschiedensten möglichen Gründe, warum ein Produkt nicht mehr genutzt wird. Diese reichen von Alterung/Abnutzung, psychischer und funktioneller Obsoleszenz, erschwerten Reparaturmöglichkeiten bis hin zu den preislichen Rahmenbedingungen.

Forschungsvorhaben und politische Initiativen in den Mitgliedstaaten und auf EU-Ebene haben das Thema Obsoleszenz aus technischer, ökonomischer, rechtlicher und zum Teil sozialer Perspektive beleuchtet, Analysen sowie Handlungsempfehlungen erarbeitet. Der Workshop dient dem Austausch dieser Befunde und der Diskussion von Handlungsansätzen.

Impulsvortrag:
„Langlebige Produkte – Faktencheck und technische sowie rechtliche Instrumente zur Vermeidung von Obsoleszenz“
Dr. Ines Oehme und Anett Jacob, Umweltbundesamt Deutschland

Diskutanten:
Prof. Dr. Tobias Brönneke, Universität Pforzheim
Prof. Dr. Renate Hübner, Universität Klagenfurt, Institut für Interventionsforschung und kulturelle Nachhaltigkeit
Tobias Schleicher, Öko-Institut e.V., Freiburg



Workshop 3: Lithiumbatterien - ein Damoklesschwert?

Mit dem zunehmenden Einsatz von leistungsstarken elektrischen und elektronischen Geräten steigt gleichermaßen der Einsatz von effizienten Energiespeichersystemen. Dabei stehen Lithiumionen-Akkus und –Batterien im Vordergrund, da diese im Vergleich zum anderen Batterietypen eine sehr hohe Energie- und Leistungsdichte aufweisen. Li-Batterien sind bei der Sammlung und Behandlung aus sicherheitstechnischer Sicht problematisch, da die Batterien beschädigt werden können und ein Selbstentzündungsrisiko gegeben ist. Im Hinblick auf die Schließung von Kreisläufen ist eine wertstoffliche Verwertung der Li-Batterien anzustreben, da neben Lithium auch andere Wertstoffe wie Kobalt, Kupfer, Aluminium, Nickel, Mangan, Zinn, Eisen, Graphit etc in den Batterien enthalten ist.

Im Rahmen des Workshops sollen Chancen und Hemmnisse einer separaten Sammlung und stofflichen Verwertung von Li-Batterien diskutiert werden. Thematisiert werden dabei u.a. folgende Fragen:  Wie werden sich die Mengenströme von Li-Batterien in Zukunft entwickeln? Was soll aus Li-Batterien rezykliert werden? Wie wird sich das Angebot an Lithium entwickeln und welchen Einfluss haben die asiatischen Märkte? Zeichnen sich Substitutionseffekte ab?

Impulsvorträge:
Dr. Christian Hagelüken, UMICORE, Belgien
Rolf Widmer, EMPA, Schweiz



Workshop 4: Ameisenlogistik - Edel- und Sondermetalle aus Abfallströmen intelligent bündeln

Die leistungsfähigen Industrien Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sind in hohem Maße von Rohstoffimporten abhängig. Neben den klassischen Industriemetallen wie Eisen/Stahl und Aluminium nehmen Edel- und Sondermetalle wie z.B. Palladium und Neodym eine immer wichtigere Rolle für die Funktionalität moderner Produkte ein. Diese Rohstoffe stammen oftmals aus wenigen Ländern, die zudem eine schwache Governance und geringe Sozial- und Umweltstandards aufweisen. Ihre Versorgung ist daher mit verschiedenen strukturellen, geo- und gesellschaftspolitischen Risiken behaftet. Zudem tragen die importierten Rohstoffe teils schwere soziale und ökologische Rucksäcke. Eine Kreislaufführung kritischer Rohstoffe kann die Importabhängigkeit reduzieren sowie zu Umweltentlastungen und Ressourcenschonung beitragen. Um ein wirtschaftliches Recycling zu ermöglichen, geht es jedoch nicht nur um die verfahrenstechnische Frage, Kapazitäten zur Rückgewinnung der Rohstoffe aus relevanten Abfallströmen bereitzustellen, sondern auch um eine optimierte Zusammenführung verschiedener edel- und sondermetallhaltiger Abfallströme, um Mengen zu generieren, die Anreize für Investitionen in Behandlungs- und Rückgewinnungsanlagen schaffen. Diese Bündelung kann nur unter Einsatz neuartiger Logistikkonzepte und einem intelligentem Materialstrommanagement erfolgen.

Ziel des Workshops ist die Suche nach potenziellen Hemmnissen und Lösungen bezüglich einer Bündelung dezentral anfallender Abfälle mit Edel- und Sondermetallen.

Impulsvortrag:
„Edel- und Sondermetalle in Abfallströmen - was wissen wir über Gehalte und Verluste?“
Prof. Dr. Stefan Petrus Salhofer, Universität für Bodenkultur, Wien



Workshop 5: Faserverbundkunststoffe  – Möglichkeiten und Hemmnisse des Ökodesigns und Recyclings

Aufgrund ihrer hohen spezifischen Festigkeiten und Steifigkeiten erfahren Faserverbundkunststoffe eine immer breitere Anwendung, allen voran die Carbonfaserverstärkten Kunststoffe (CFK). Für den Zeitraum von 2012 bis 2020 wird eine Vervierfachung des globalen Bedarfes an CFK prognostiziert. Die heutige hohe Funktions- und Materialintegration in Leichtbauanwendungen bedingt intensive Materialverbunde und komplexe Aufbauten, was ein Recycling der Abfälle deutlich erschwert. Die Herausforderungen bei der Herstellung des Werkstoffes liegen bei dem hohen Energieaufwand und den oftmals anfallenden Verschnittmengen. Beim CFK-Recycling liegen die Schwierigkeiten bei der Freilegung und Aufbereitung der Fasern, in der erneuten Erwärmung der enthaltenen Kunststoffe und in dem Erhalt der Faserlänge der Verbundstoffe mit langen Fasern.

Ziel des Workshops ist es, sich über neueste Forschungsergebnisse und Entwicklungen bezüglich der Rezyklierbarkeit von CFK und glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), die Anwendung möglicher Recyclingtechnologien und möglicher Einsatz- und Anwendungsgebiete des Rezyklats auszutauschen sowie auszuloten, ob und wie sich Rahmenbedingungen verändern müssen um die stoffliche Verwertung zu ermöglichen bzw. zu verbessern. Des Weiteren soll über Optimierungsmöglichkeiten bei der Material- und Energieeffizienz diskutiert werden.

Impulsvortrag:
"Faserverbundkunststoffe: stark im Produkt - Herausforderung für das Recycling"
Dr. Siegfried Kreibe, bifa Umweltinstitut GmbH

Diskutanten:
Prof. Dr.-Ing. Ralf Schledjewski, Department Kunststofftechnik, Montanuniversität Leoben
Tim Rademacker, CFK Valley Stade Recycling GmbH & Co. KG; carboNXT GmbH
Maxime Roux, Institut für Kunststofftechnik, Fachhochschule Nordwestschweiz
Dr. Silke Stüsgen, Toho Tenax Europe GmbH